Aufruf Kundgebung: #jetzterstrecht

Wir, die Kiezkommune Neukölln, möchten euch sehr
herzlich zu unserer Veranstaltung im Rahmen der
#jetzterstrecht-Kampagne zum Thema „Organisierung und
Selbstverwaltung in unserem Kiez“ einladen.
Die Veranstaltung findet am 4.7.20 von 12-14 Uhr am
Hermannplatz statt.

In den letzten Wochen ist es leider wieder vermehrt zu
Angriffen von Nazis gekommen. Wir wollen mit euch
darüber sprechen, wie wir eine Struktur aufbauen können
mit der wir besser aufeinander achten können und solche
Angriffe in Zukunft möglichst verhindern können.

Doch nicht nur für die Abwehr von Nazi-Angriffen ist eine
Stärkung der Vernetzung und eine stärkere selbstverwaltete
Struktur notwendig, sondern auch um uns gegenseitig zu
unterstützen, wenn wir von (Zwangs-)Räumungen, Armut
oder von Vereinsamung betroffen sind.

Wir sind der Überzeugung, dass wir die offiziellen
Institutionen des Staates gar nicht so sehr brauchen, wie
viele vielleicht denken. Wir können uns auch sehr gut
selbstverwalten und uns gegenseitig umeinander kümmern.
Um darüber zu reden, wie so ein Kiez genau aussehen
kann, laden wir euch herzlich ein und freuen uns, wenn viele
Menschen dazukommen.

Um 13.30 startet die Fahrrad-Kundgebung zur Black-Life-
Matters-Demo vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor.
– Wir werden Pappe und Stifte mitbringen, um Schilder für
die anschließende Fahrradtour zu malen (bringt gerne auch
was mit)
– es wird Musik und Redebeiträge geben
– bitte tragt einen Mundschutz und achtet auf den Abstand

Plumpe #5 Corona Spezial erschienen

Eine globale Pandemie und der Lockdown dazu sind zwar schrecklich, natürlich aber kein Grund keine Plumpe herzustellen – zudem der ganz dreckige Normalzustand ja ungehindert weiterläuft.
So dreht sich zwar in unserer – zugegeben etwas kürzeren – Frühjahrsausgabe vieles um die Seuche und wie diese Gesellschaft damit umgeht; demokratische Ärzt*innen verfassen auch einen Ausblick darauf, wie sie damit umgehen müsste.
Daneben wird aber u.a. auch die Lage bei den Uferhallen beleuchtet, die sich mit den millardenschweren Investoren Samwer umherärgern müssen.

Die Plumpe ist erhältlich sowohl an verschiedenen Verteilkästen im Kiez (zB Panke/Soldinerstr), im Kiezladen in der Buttmanstr. 1A, im Kiezhaus Agnes Reinhold, im Café Cralle, und sicher auch mal wieder in der Bäckerei nebenan.

Die komplette Ausgabe findet sich auf dem Blog der Redaktion.

Naziangriffe in Neukölln

Heute sind wir auf die Straße gegangen um uns an dem Protest gegen die neuesten Naziangriffe in Neukölln zu beteiligen. Der Angriff auf eine*n von uns ist ein Angriff auf uns alle! 

Unser Redebeitrag dazu: „Hallo ich bin von der Kiezkommune Neukölln.
Die Kiezkommune Neukölln ist eine Gruppe von Menschen, die fast alle hier im Kiez leben und dafür kämpfen, dass dieser selbstverwaltet und solidarisch wird.
Wir stehen heute hier, weil wir zeigen möchten, dass die Menschen, die von Rassismus betroffen sind und unter diesen widerlichen rechten Angriffen zu leiden haben, nicht alleine sind. Wir stehen mit euch Seite an Seite.
Wir werden weder hier im Kiez tatenlos dabei zuschauen, wie Nazis ihren rassistischen, menschenverachtenden Müll verbreiten und damit Menschen einschüchtern und ausgrenzen. Wir werden das auch nirgendwo sonst hinnehmen, ohne dass wir uns wehren.
Rassismus ist aber nicht nur ein individuelles Problem, sondern auch ein strukturelles. Man kann jeden Tag beobachten, wie Menschen an öffentlichen Orten oder von öffentlichen Institutionen diskriminiert und ausgegrenzt werden, sei es nun beim Gang zum Bürger*innenamt oder durch rassistische Kontrollen der Polizei, oder auch durch Polizeirazzien in Shisha-Bars, die nur unter anderem dazu dienen, den Menschen Angst einzujagen und rassistische Klischees über die Menschen aufrecht zu erhalten, die hier leben.
Auch in den Parlamenten wird dieser Rassismus offen zur Schau getragen. Teile des bürgerlichen Diskurs haben sich weit nach rechts verschoben, was zum Beispiel durch die Wahl der Afd in verschiedene Parlamente einen Ausdruck findet. Stammtischparolen werden wieder salonfähig. Durch die Verschärfung dieser Diskurse fühlen sich die Nazis immer sicherer und willkommener.
Doch vergessen wir nicht, dass auch schon vor der politischen Teilhabe dieser offen rechten Partei neonazistische Strukturen von der etablierten Politik geduldet, gedeckt und befördert wurden. Die NSU-Morde, die Anschläge vin Hanau und Halle, Walter Lübcke, Oury Jalloh, rechte Netzwerke bei Polizei und Bundeswehr.. seit 1990 zählt die Amadeu Antoniu Stiftung 208 Todesopfer durch rechte Gewalt in der Bundesrepublik. Wir haben es nicht mit, wie die Presse gerne schreibt, „verwirrten Einzeltätern“ zu tun, sondern wir sprechen von Strukturen, die Menschen einschüchtern, terrorisieren und exekutieren und dabei von Verfassungsschutz und Polizei beschützt werden.
Dem müssen wir etwas entgegensetzen! Wir müssen uns vernetzen, organisieren und solidarische, antifaschistische Strukturen von Unten aufbauen. Wir müssen den Nazis zeigen, dass sie weder hier noch sonstwo geduldet oder gar willkommen sind.
Am Schluss möchten wir allen Menschen, die von Rassismus betroffen sind, unsere Anteilnahme ausdrücken und euch anbieten, dass ihr, wenn ihr Unterstützung braucht, gerne mit uns in Kontakt treten könnt.“

 

Prachttomate ist bedroht

Die Prachttomate ist bedroht! Von unsern Gartenfreund*innen wurden wir eingeladen uns an den Infotagen gegen die Räumung zu beteiligen. Dem sind wir gerne mit einem Stand nachgekommen.

Für jene von euch die wegen dem schlechten Wetter lieber zu Hause geblieben sind wollen wir unsern Beitrag zu der Entwicklung im unsern Kiez nicht vorenthalten : )

„Das Gelände neben dem Gemeinschaftsgarten Prachttomate soll bebaut werden. Realisiert wird die Bebauung durch „Urbansky Architekten“ – eine Gruppe von Architekten, die einige Projekte in Berlin betreuen. Ihre Internetpräsenz spiegelt das wider, was man sich von einem hippen Architektenverband, der Häuser in Berlin baut, erwarten würde. Sie bieten Eigentumslofts, Co-Working-Spaces und ganz viel Glasfassade. Dabei sprechen sie von sich selbst als „Familie“, reden von „sozialer und ökologischer Verantwortung“ und geben sich im Ganzen super „hip“ und „lässig“. Schaut man ein wenig genauer hin, entlarven sie sich schnell selbst. So wird die Sonnenallee vom – Zitat – „ehemaligen Problemviertel“ zum – Zitat – „hippen Szenekiez“ deklariert, der Urbansky Architekten demnächst 5 neue Penthouses zu verdanken hat. Arme Menschen sind also das Problem, das sich lösen lässt, indem man sie aus ihren Häusern zwingt, um Eigentum für Reiche zu schaffen.

Dass Neukölln turbogentrifiziert wird, ist kein Geheimnis. Die Mieten werden absurd teuer, und Projekte wie der geplante Umbau des Karstadt-Gebäudes am Hermannplatz, Boardinghouses wie an der Flughafenstraße Ecke Hermannstraße, oder eben Konzepte wie die Bebauung des Geländes neben der Prachttomate, sind Ausdruck davon.

Lassen wir uns nicht vergessen, wer dafür verantwortlich ist: unter anderem die rot-rot-grüne Regierung Berlins. Die Zustimmung zu diesem Projekt zeigt einmal mehr, dass auch eine vermeintlich linke Regierung dem Diktat des Kapitals unterworfen ist und wir uns keineswegs auf sie verlassen können oder sollten. So haben die Prachttomatler*innen dem Bezirk und Senat ein Nutzungskonzept vorgeschlagen, das Sozialwohnungen, einen Kiezraum und eine Kita vorgesehen hat. Der Vorschlag wurde zugunsten von Ubansky’s teuren Eigentumswohnungen abgelehnt. Dieser Senat war es auch, der im Frühjahr 2018 eine Räumung nur einen Steinwurf von der Prachttomate entfernt anordnete: eine Haushälfte in der Bornsdorfer Straße 37 wurde besetzt. Die Räumung wurde offiziell aufgrund von „Einsturzgefahr“ unterzeichnet, obwohl die andere Hälte des Hauses bewohnt war und auch weiterhin ist. Der kurzzeitig besetzte Teil steht bis heute ungenutzt leer und die Besetzer_innen sind bis heute mit Repression konfrontiert.

Dies sind nur zwei von unzähligen Beispielen, wie sich auch diese Regierung, sowie alle anderen vor ihr und all jene, die kommen werden, den Ausverkauf der Stadt vorantreibt.

Wir plädieren für solidarische, selbstverwaltete Strukturen, für Organisierung und für eine Stadt von Unten. Aus dem Grund finden wir auch Projekte wie die Prachttomate toll; ein Ort, der der kapitalistischen Verwertungslogik zum Trotz unkommerziellen Raum für alle bietet, die sich beteiligen möchten. Ein Ort, der in all dem Betongrau der Stadt ein Stückchen Ruhe bietet. Wir wünschen uns mehr solcher Orte, wir wünschen uns mehr Vernetzung, mehr Organisierung und mehr Partizipation.“

Neues vom Kiezecho

Zweite Ausgabe des »Kiezecho« ist in Vorbereitung – Miniserie zum Thema Frauen* im Kiez erscheint aktuell im Lower Class Magazine

Die zweite Ausgabe unserer Stadtteilzeitung für Friedrichshain »Kiezecho« sollte den Schwerpunkt Frauen*im Kiez haben. Leider hat uns der Coronavirus bei der Veröffentlichung einen Strich durch den Zeitplan gemacht.

Die Freund*innen vom Lower Class Magazine veröffentlichen aber ab heute alle Artikel zu diesem Schwerpunkt.

Die Miniserie beginnt mit einem Interview über die Notübernachtung für Frauen »Mitten im Kiez«, die sich am Bersarinplatz befindet.

Wenn Ihr im »Kiezecho« eigene Beiträge zu diesem oder einem anderen Thema veröffentlichen wollt erreicht Ihr die Redaktion unter der E-mailadresse: kiezkommune_friedrichshain@systemli.org

 

Achter Mai – Tag des Sieges!!!!

In Erinnerung und Dankbarkeit! Hildegard Jadamowitz, und Anton Saefkow sind Unsterblich!!!!

Für den 8. Mai, den Tag der Befreiung, ruft die BRD Koordination der globalen Kampagne Riseup4Rojava dazu auf, den Widerstand gegen den Faschismus zu thematisieren. »Viele Tausend Menschen haben sich aktiv gegen den Faschismus in Europa gestellt und tun es noch heute. Doch im offiziellen Gedenken des Staates an den Widerstand, kommen nur einige wenige, wie Stauffenberg, oder die Geschwister Scholl vor. Gerade der Widerstand von Sozialist*innen  wird unsichtbar gemacht. Für den 8. Mai wollen wir sie in Erinnerung rufen, ihnen ein Gesicht geben, ihre Geschichten kennenlernen.

Faschismus und Rassismus sind keine Themen der Vergangenheit. Die rassistischen Morde in Hanau oder zuletzt in Celle sind Ausdruck davon. Spätestens mit dem NSU wurde klar, dass der deutsche Staat nach wie vor eine aktive Rolle spielt. Den Widerstand gegen den Faschismus sichtbar zu machen, bedeutend für uns also auch den Widerstand im hier und jetzt zu verbreiten.«

Wir in der Kiezkommune Friedrichshain haben gemeinsam recherchiert, welche Menschen aus unserem Kiez im Widerstand waren. Zwei unter vielen waren die Kommunistin Hildegard Jadamowitz und der Kommunist Anton Saefkow deren Leben und Kampf wir im folgenden würdigen wollen.

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Bericht: Run for Rebels im Wedding

Am 03.05.2020 haben wir, die Kiezkommune Wedding, gemeinsam mit der Frauen*kommune Wedding und BASTA! Erwerbsloseninitiative Berlin, zum dritten mal den „Run for Rebels“ im Wedding organisiert. An diesem sonnigen Frühlingstag haben sich 40-50 Menschen, ausgehend vom Nettelbeckplatz, zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht, um unerfreuliche Orte im Wedding zu besuchen und auf eine spielerische Weise zu erfahren, wie Konzerne, Ämter und eine religiöse Einrichtung ihr Unwesen in unseren Kiezen treiben.

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Redebeiträge und Aktionen zum 1. Mai 2020

30.04.2020, Leopoldplatz: Zweisprachig grüßen Nachbar*innen die Kundgebung am Leopoldplatz – „Lang lebe der 1. Mai“ und „Lasst die Reichen zahlen!“ Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

In verschiedenen Kiezkommunen fanden im Zuge des 1. Mai 2020 Aktionen statt. Wir veröffentlichen hier nachfolgend Bilder, Videos und Redebeiträge aus Berlin Wedding, Neukölln und Friedrichshain.

 

 

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Hurra, die Welt geht unter?

Über den „Ausnahmezustand“ und darüber, warum wir etwas anderes als die Rückkehr zur „Normalität“ brauchen.
[Zuerst erschienen im Lower Class Magazine am 30.04.2020]

In den sozialen Medien scheinen sich alle einig zu sein: 2020 – das schlimmste Jahr, das unsere Generation bis jetzt miterlebt. Endzeitstimmung weit und breit. Und zurecht machen sich viele junge Leute Sorgen, auch wenn sie oft hinter einer Fassade von Ironie und Galgen- bzw. Katastrophenhumor versteckt werden. Ein neuartiger Virus, der eine nicht zu verharmlosende Tödlichkeit besitzt und vor allem hoch ansteckend ist, geistert durch die Länder und krempelt das gesellschaftliche Leben um. Ein paar Gedanken zu der besonderen Situation, die sich daraus ergibt, ob sie auch Chancen mit sich bringt und was wir als Jugend jetzt tun können. Und warum das zum Beispiel auch bedeutet, dass wir heute heraus zum revolutionären 1. Mai müssen.

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