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Redebeiträge und Aktionen zum 1. Mai 2020

30.04.2020, Leopoldplatz: Zweisprachig grüßen Nachbar*innen die Kundgebung am Leopoldplatz – „Lang lebe der 1. Mai“ und „Lasst die Reichen zahlen!“ Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

In verschiedenen Kiezkommunen fanden im Zuge des 1. Mai 2020 Aktionen statt. Wir veröffentlichen hier nachfolgend Bilder, Videos und Redebeiträge aus Berlin Wedding, Neukölln und Friedrichshain.

 

 

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Hurra, die Welt geht unter?

Über den „Ausnahmezustand“ und darüber, warum wir etwas anderes als die Rückkehr zur „Normalität“ brauchen.
[Zuerst erschienen im Lower Class Magazine am 30.04.2020]

In den sozialen Medien scheinen sich alle einig zu sein: 2020 – das schlimmste Jahr, das unsere Generation bis jetzt miterlebt. Endzeitstimmung weit und breit. Und zurecht machen sich viele junge Leute Sorgen, auch wenn sie oft hinter einer Fassade von Ironie und Galgen- bzw. Katastrophenhumor versteckt werden. Ein neuartiger Virus, der eine nicht zu verharmlosende Tödlichkeit besitzt und vor allem hoch ansteckend ist, geistert durch die Länder und krempelt das gesellschaftliche Leben um. Ein paar Gedanken zu der besonderen Situation, die sich daraus ergibt, ob sie auch Chancen mit sich bringt und was wir als Jugend jetzt tun können. Und warum das zum Beispiel auch bedeutet, dass wir heute heraus zum revolutionären 1. Mai müssen.

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Zum 1. Mai 2020 – Nicht auf unserem Rücken

Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der ArbeiterInnenklasse. 1889 von der 2. Internationale als solcher ausgerufen, ist er mehr als 100 Jahre später Gedenken, Symbol und Kampftag zugleich. Jedes Jahr gehen weltweit Millionen von ArbeiterInnen, Ausgebeutete und Leidtragende des kapitalistischen Systems auf die Straßen um gegen eben jene gesellschaftlichen Verhältnisse zu demonstrieren, die ihnen ein Menschenwürdiges leben verwähren. Ob nun in Lateinamerika, Afrika oder Asien – überall auf der Welt ist das Leben der arbeitenden Bevölkerung gezeichnet von Revolten, Arbeits- und Alltagskämpfen ums Überleben. Vom Klassenkampf des Ecuadorianischen & Chilenischen Volkes und dem Widerstand der Indigenen gegen den Putsch in Bolivien bis hin zu den weltweiten Frauenprotesten & den demokratischen Aufständen im Iran, Irak, Libanon sowie dem Befreiungskampf in Kurdistan – ein internationaler Kampf wird ausgefochten. Auch Europa ist davon nicht ausgenommen: die Proteste der Gelbwesten in Frankreich sind genauso Teil dieses Kampfes wie der Ruf nach Enteignung der Wohnkonzerne und für bezahlbaren Wohnraum hier bei uns in Berlin. All jene Bewegungen haben eins gemein: sie sind vereint darin, dass sie sich gegen ein System stellen, für das der Profit alles, die Menschen aber die ihn schaffen, nichts bedeutet.

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Stellungnahme: Demonstrationsverbot am Leopoldplatz

Seit mehreren Wochen wird in Berlin ein absolutes Demonstrationsverbot durchgesetzt. Eine Vielzahl von Ungerechtigkeiten und Problemen besteht aber weiterhin. Am Samstag den 11.4. protestierten deshalb etwa 100 Menschen im Wedding auf dem Leopoldplatz für Demonstrationsfreiheit, sinnvolle Nutzung von leerstehendem Wohnraum und forderten echte Solidarität mit Menschen, die besonders von der Coronakrise betroffen sind und mit denen an der EU-Außengrenze.

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Podcast: Berliner Kieztalk

Tom und Sam sind Teil der Berliner Kiezkommune Kreuzberg. Dieser Podcast ist unser Beitrag gegen die Isolation und für ein solidarisches Miteinander. Die Coronakrise trift uns alle, aber nicht alle Bürger*Innen verfügen über die gleichen Mittel, um diese Zeiten ohne existenzielle Ängste zu überstehen. Wir wollen die momentane Situation und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft kritisch hinterfragen und unseren Mitmenschen Mut machen.

Auf Podigee sind unsere Podcasts ohne Account zu hören. Dazu sind wir auch zu finden bei Deezer und Spotify.

 

Das Überlebensprogramm in Friedrichshain

Start des (Kapitalismus)- Überlebensprogramm in Friedrichshain:

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Lebensmittelpakete des Überlebensprogramm unterstützt durch die Klassiker

Kapitalismus ist Krise

Die Meldungen der etablierten Medien sind voll von Corona, vom Virus und seinen Folgen. Der Virus wird dafür verantwortlich gemacht das wir bald in einer Wirtschaftskrise sind, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Hamsterkäufe sind weitere Folgen des Virus.  Die einzige Antworten sind Kontaktsperre, Home Office und Mundschutz.

Politiker und etablierte Medien zeichnen dabei immer wieder das Bild eines Bootes in dem wir doch als Gesellschaft alle gemeinsam sitzen. Das klingt zwar schön, ist aber nicht nur falsch sondern ein Schlag ins Gesicht aller die, die Folgen des Kapitalismus immer sehr hart spüren. In Deutschland sind das unter andrem 13 Millionen Menschen (Armutsberichts 2019 des Paritätischen Gesamtverbands). Auch bevor es Covid-19 gab waren diese Menschen von  Armut betroffen. Der Virus ist nicht viel mehr als ein Abschminktuch für die viel größere Krise. Er ist ein Multiplikator dieser Krise mit dem Namen Kapitalismus!

Und auch jetzt geht es um Klassenfragen, es geht um die Trennlinie zwischen Ausbeuter und Ausgebeutete!

Menschen die von Armut betroffen sind, haben eine 3 mal so hohe Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Sie haben häufiger Magengeschwüre, Lungenentzündungen und Diabetes, die Zahngesundheit ist schlechter. Depressionen und Angstzustände treten überdurchschnittlich häufig auf. Die Suizidrate ist unter von Armut betroffenen 20 mal so hoch.  Männer sterben im Schnitt elf Jahre früher, bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre. Im Alter spitzt sich die Finanzielle Situation meist zu, wenn es so weiter geht, wie bisher wird im Jahr 2036 jede/r fünfte Renter*in von Armut betroffen sein.

So sind Menschen die von Armut betroffen sind überdurchschnittlich Teil von den sogenannten Risikogruppen.

Die Maßnahmen des Staates zur Vermeidung der Ansteckung oder auf wirtschaftlicher Ebene offenbaren und verstärken diese Klassenunterschiede besonders. Da die ersten Menschen die entlassen werden, immer die sind, die vor der Krise schon prekär beschäftigt waren. Für die, die ihren Job behalten dürfen, ist Home Office keine Option, da das als Paketbote oder Arbeiter*in auf dem Bau, Kassier*in oder Pflerger*in einfach nicht geht zuhause zu bleiben. Die Überbelegung von Wohnungen verstärkt den Druck in Zeiten von Ausgangs,- und Kontaktsperren immens. Daraus folgt zwar auch ein anstieg häuslicher Gewalt. Der aber ganz klar seinen Ursprung in den Patriarchalen Strukturen hat, die im Mikroklima des Kapitalismus beste Voraussetzungen zum gedeihen haben.

So sind laut eines UN-Berichts 2017, 3000 Frauen im so „fortschrittlichen“ Europa von patriarchaler Gewalt zuhause ermordet wurden, das ganz ohne Ausgangsbeschränkung!

Es gibt noch unfassbar viel Beispiele von den Verheerungen die Kapitalismus anrichtet und wie die Krise mit dem Virus das zuspitzt.

Dabei müssen wir aber eins ganz klar haben.

Wir sitzen nicht im gleichen Boot, nicht jetzt, nicht vor Corona und nicht danach

ABER KAPITALISMUS IST NICHT ALTERNATIVLOS!

 

Es ist möglich Kapitalismus Solidarität entgegenzusetzen!

Um zu zeigen das das es nicht so sein muss beginnen wir in der Kiezkommune Friedrichshain mit dem Überlebensprogramm, aber was genau ist das?

Das Überlebensprogramm

Es eine große Kampagne in unserem Kiez die jetzt langsam anläuft – im ersten Schritt wird es viel um Nahrung/ Essen gehen. Die erste Aktion sind Pakete gefüllt mit Essen, Trinken und ein bisschen was zum lesen.

 

Wir passen den Inhalt der Pakete immer wieder an. Ziel ist es eine ausgewogene Ernährungsgrundlage für einen Tag zu schaffen. Dabei orientieren wir uns an dem Tagesbedarf von Brennwert 2550 kcal, 55,5 Gramm Eiweiß, 290 Gramm Kohlenhydrate, 92,5 Gramm Fett. So beinhalten die Aktuellen Pakete zusätzlich noch ein Sandwich mit Erdnussbutter, Schokoladencreme und Bananen.

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Online Soli-Foto gegen polnisches Abtreibungsgesetz

Liebe alle,

wir folgen dem unten anstehenden Soli-Aufruf von Dziewuchy Berlin. Hier findet ihr den Aufruf der Gruppe:
https://dziewuchyberlin.wordpress.com/2020/04/09/solidarity-action-no-to-abortion-ban-in-poland/

In Polen soll am 15. – 16.04.2020 über eine Verschärfung des bereits sehr restriktiven Abtreibungsgesetzes diskutiert werden. Im Konkreten geht es darum, ob eine Abtreibung weiterhin erlaubt bleibt, solange es Hinweise darauf gibt, dass der Fötus schwer erkrankt ist („this reason represents 98 percent of all abortions in Poland“). Sollte dies verboten werden, wären Abtreibungen nur noch erlaubt, wenn die Gesundheit der Frau* durch die Schwangerschaft gefährdet ist oder sie vergewaltigt wurde. Es geht also um eine weitere Einschränkung reproduktiver Rechte und der Selbstbestimmung schwangerer Personen.
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Diese Zeiten sind stressig und belastend für viele–besonders aber für Frauen!

Diese Zeiten sind stressig und belastend für viele – besonders aber für Frauen!

Viele Probleme, die wir eh schon haben, werden durch die Krise noch verschärft. Ständig zu Hause sein, die Familie auf engem Raum, Angst um den Job oder die Wohnung haben, keine oder nur wenige Treffen mit Freund*innen: das kann bei vielen zu Stress, Frust und schlimmstensfalls zu Gewalt führen. Diese Gewalt richtet sich häufig gegen die Frauen und Kinder der Familie. Manchmal ist sie laut, sie kann aber auch leise sein.
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